• Kinderbücher aus Fischers Bücherstube

 

 

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Ihr Hans-Georg Fischer

 

 

 

Spruch der Woche

 

 

 

Laß keinen Mann

sich erdreisten,

anderen Rat zu geben,

der nicht zuerst

sich selber

Rat gegeben hat.

 

Lucius Annaeus Seneca 
(ca. 4 v. Chr - 65 n. Chr.)

 

 

 

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Neulich bekam ich als Buchhändler eine Mitteilung von einem Verlag über Neuerscheinungen. Ich las „Christiane Landgraf, Social Rating“. Wer um alles in der Welt ist Christiane Landgraf? Und was verbirgt sich hinter „Social Rating“? Ich las weiter. Ein Thriller über selbstfahrende Autos und gechippte Menschen. Das machte mich endgültig neugierig und so zog mich die Geschichte um Jeff Rodgers in seinen Bann und hat mich nicht wieder losgelassen.

 

 Ein selbst fahrendes, handelndes und denkendes Auto - ein Traum oder gar ein Albtraum? Dass in der Zukunft vieles technisch machbar ist, war mir klar und eigentlich ist es ja schön und so herrlich bequem, wenn man die Technik beherrscht und sie für einen arbeiten, handeln oder denken lässt. Oder muss man diese Feststellung umkehren und ab wann muss man diese umkehren? Wenn ein Auto bei einem Unfall selbständig entscheidet, ob es verträglicher ist, ungebremst in ein Hindernis zu fahren oder bei einem Ausweichmanöver entweder einen Rentner oder ein spielendes Kind zu überrollen und zu töten. Ist dann dieser Haufen Schrott so eine Art Gott? Der entscheidet, dieses Leben ist lebenswerter als das andere? Ist dann der Programmierer der Software so eine Art Minigott? Denn er hat ja eventuelle Auswahlkriterien festgelegt. Geht es noch um Moral und wenn, ist dann diese von Menschen festgelegte Moral nur noch eine funktionierende Verkettung ausgewählter Algorithmen?   

Mit dem ersten Schritt, dem ersten Programmieren spielt Jeff Rodgers mit dem Feuer und begibt sich in die Hände gewissenloser Machenschaften, genau in die Hände der CIA. Ein Schritt folgt dem anderen. Ist es erst „nur“ sein Leben, sind es dann das Leben seiner Frau, seiner Kinder. Es ist ein beängstigender und bedrohender Kreislauf. Mit jeder Weiterentwicklung der Software steigt sein persönliches Risiko. Plötzlich geht es nur noch entfernt um Autos. Es geht um einen Chip, der alle Daten des Trägers speichert und dann folgt die unheimliche Verbindung dieser beiden leblosen Materien durch ein gnadenloses und in sich funktionierendes Programm, welches z.B. selbständig das sogenannte Social Rating des Trägers von 10 oder 12 auf 1 setzen kann und so passiert es, dass bei einem Autounfall Jeffs Freundin ums Leben kommt, weil durch eine Krebserkrankung ihr Social Rating herabgesetzt wurde und das selbst fahrende Auto selbst entschieden und abgewogen hatte, dass ihr Leben weniger wert ist, als das Leben mit einem höheren Wert auf der nach oben offenen Skala. 

Sind das alles ausgemalte Phantasien und Hirngespinste oder sind es bittere Realitäten der Zukunft? Leben wir schon heute mit und in der Abhängigkeit von Technik und Computerprogrammen? Wollen wir, dass ein Chip und ein Softwareprogramm und damit ein nicht definierbares „Etwas“, sei es ein Unternehmen, eine Sekte, eine Krankenkasse oder eine Regierung, unser Leben lenkt und bestimmt? 

1984 von George Orwell lässt grüßen!


Hans-Georg Fischer, 06618 Naumburg

 
 

 

 

 

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